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Wie der Wald unter den Folgen des Klimawandels leidet

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Auf dieser Seite bieten wir Ihnen einen Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald. Nutzen Sie dazu das Menü, um direkt zu unseren FAQ, unseren Broschüren, zur Medienberichterstattung, zu weiterführenden Links oder zu unserem Presse-Service zu kommen. Alternativ können Sie einfach nach unten scrollen.
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Der Wald im Klimastress

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Nicht einmal halb so viel wie in einem Durchschnittsjahr regnete es im Sommer 2018. Das Soll wurde laut Deutschem Wetter Dienst um 53 Prozent unterschritten. Es war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die Konsequenzen sind überall sichtbar. Auch im Wald. Die Forstleute sind daher in großer Sorge. Bäume vertrocknen und fallen Schädlingen zum Opfer. Das betrifft uns alle: Denn wo kein Wald ist, fehlt auch seine Leistung für saubere Luft, sauberes Wasser, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Erholungsort für uns Menschen und als Lieferant für den nachhaltigen Rohstoff Holz.

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Regelmäßig gestellte Fragen (FAQ)

Was hat der Borkenkäfer mit dem Klimawandel zu tun? Warum sind so viele Bäume krank? Und warum hilft es dem Wald, wenn man Produkte aus Holz statt aus Beton oder Plastik kauft? Im Folgenden finden Sie, aufgegliedert nach Themen, Fragen und Antworten rund um die Folgen des Klimawandels für den Wald.

Folge des Klimawandels: Langanhaltende Dürre
  1. Inwiefern schadet Trockenheit dem Wald?
    Große Hitze und Trockenheit wie im Sommer 2018 führen dazu, dass Bäume ganz einfach vertrocknen, wenn der Wasservorrat im Boden aufgebraucht ist. Das passiert nicht nur bei jungen Bäumchen, die noch keine in die Tiefe reichenden Wurzeln haben, um an das Wasser im Boden zu gelangen, sondern auf flachgründigen Böden auch großen, erwachsenen Bäumen. Gleichzeitig steigt die Gefahr für Waldbrände deutlich an. In den letzten Jahren war eine Häufung solcher überdurchschnittlich heißen und trocknen Sommer festzustellen.

  2. Warum können sich Schädlinge und Baumkrankheiten durch die Trockenheit stärker ausbreiten?
    Viele Insekte, so auch der Borkenkäfer mögen es warm. Dazu kommt: Aufgrund der Trockenheit besitzen Flachwurzler wie die Fichte zudem zu wenig Abwehrkräfte gegen Schädlinge.
    Darüber hinaus breiten sich bisher hier unbekannte Krankheiten und Schädlinge in Folge des Klimawandels mehr und mehr aus und bedrohen Bäume und Wälder in Deutschland. Beispiele dafür sind der Eichenprozessionsspinner oder der Asiatische Laubholzbockkäfer.

  3. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Dürre und Borkenkäfer?
    Die Trockenheit hat zu einer Massenvermehrung der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher geführt. In den vom Trockenstress geschwächten Bäumen haben die Borkenkäfer ideale Bedingungen für die Vermehrung gefunden. Die befallenen Bäume sind vor allem Fichten.

    Neben den Borkenkäfern, die in aller Munde sind, gibt es natürlich weitere Insektenarten, die durch den Klimawandel begünstigt zu Massenvermehrungen neigen und beispielsweise die Kiefer auf großer Fläche bedrohen können. Hierzu gehören Falter mit harmlosen Namen wie Nonne, Forleule, Kiefernspanner und Kiefernspinner.
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Durch das monatelange heiße und trockene Wetter gibt es so viele Borkenkäfer wie kaum zuvor. Was das für den Wald und die Forstwirtschaft bedeutet und wie die die Forstleute den Wald schützen, erfahren Sie hier.

1. Warum ist der Borkenkäfer dieses Jahr besonders ein Problem?

Das hat drei Gründe: Zum einen war es im Sommer 2018 besonders heiß und in vielen Regionen auch trocken. Das schwächt die Bäume und sie können Borkenkäfer nicht mehr so gut abwehren. Zweitens gab es im vergangenem Jahr im Winter und Frühjahr viel Windwurf. Die von Stürmen umgefallenen Bäume bieten den Käfern einen idealen Brutraum – der Baum kann sich ja nicht mehr wehren. Und drittens: Dem Borkenkäfer macht der Winter nichts aus. Er überwintert in der Borke und wird bei einer Tagestemperatur von circa 16 Grad und einer Nachttemperatur von rund 10 Grad Celsius aktiv. Dann bohrt er sich aus seinem Winterquartier aus und sucht sich einen neuen Baum, in den er sich bohrt, und darin vermehrt. Das bedeutet: Je mehr Käfer überwintern, desto mehr Käfer können im Frühjahr ausschlüpfen – und desto mehr Käfer können sich vermehren. Das bedeutet: 2019 wird es wohl eher noch schlimmer.

2. Wie hoch ist der Schaden?

2018 wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt 3.000 Hektar Fichten gefällt, weil sie vom Borkenkäfer befallen waren. Das ist eine Fläche so groß wie 5.000 Fußballfelder – und so viel wie nie zuvor. Anders ausgedrückt: 2017 wurden rund 136.000 Festmeter Fichtenholz aufgrund von Borkenkäferbefall gefällt. 2018 war es das 4,4-fache: 600.000 Festmeter.

Vor allem im Westerwald, in der Eifel und im Hunsrück sind nun ganze Waldstücke kahl, auf manchen Hängen steht kein Baum mehr. In diesen Gegenden wächst vor allem die Fichte – und diese mag der Borkenkäfer besonders gern. Ist ein Baum stark vom Borkenkäfer befallen, stirbt er.  

3. Konnte man das nicht schon vorher ahnen, dass 2018 ein Borkenkäfer-Jahr wird?

Ein klares Jein. Mit einer so langen Hitzeperiode hat kaum jemand gerechnet. Dass in manchen Regionen über Monate hinweg kein Niederschlag gefallen ist – das gab es bis dato noch nicht. Nicht umsonst sprechen dieses Jahr zum ersten Mal Klima-Wissenschaftler auch von einer kommenden „Heißzeit“. Dass die Fichte in einigen Regionen von Rheinland-Pfalz immer weniger dem Klima gewachsen und deshalb geschwächt ist, ist bekannt. Es wäre aber weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, sie alle schon vor 15 Jahren gefällt zu haben. Als die meisten Fichten vor rund 70 Jahren gepflanzt wurden, waren die Temperaturen noch kühler. Je wärmer es allerdings ist, desto mehr ist die Fichte geschwächt.

4. Was machen die Forstleute, um die Bäume vor dem Käfer zu retten?

Die Forstleute haben drei Möglichkeiten, wenn das Holz schon befallen ist: Erstens, müssen sie das Holz so schnell wie möglich aus dem Wald schaffen, damit sich der Käfer nicht weiter vermehren und noch mehr Bäume befallen kann. Zweitens können die Forstleute das geschlagene Holz von der Rinde befreien. Da der Borkenkäfer, wie der Name schon sagt, auf die Borke als Brutraum angewiesen ist, hat er so keine Chance mehr, weiter zu brüten. Entrindungsmaschinen sind aber teuer und auch nicht immer verfügbar. Drittens kann man gepoltertes Holz, also wenn es auf einem Stapel liegt, mit Insektiziden behandeln. Dann wird der Käfer und seine Brut getötet.  In Rheinland-Pfalz ist der Staatswald, der rund ein Viertel der Waldfläche in Rheinland-Pfalz ausmacht, FSC zertifiziert.  Hier ist der Einsatz von Pestiziden grundsätzlich verboten. Nur in sehr speziellen Ausnahmefällen und auch nur nach einer behördlichen Anordnung darf der Borkenkäfer damit bekämpft – und auch dann nur, wenn der Baum bereits gefällt und das Holz gepolter ist.

5. Wenn eine große Waldfläche vom Borkenkäferbefall betroffen ist, wird dann der ganze Wald abgeholzt?

Damit sich der Käfer nicht weiter verbreitet, werden nur befallene Bäume gefällt. Gesunde Bäume bleiben stehen.

6. Woran erkennt man, ob der Käfer in der Borke steckt?

Das erkennt man daran, dass sich kleine braune Bohrmehlhäufchen auf der Rinde zeigen. Der „Buchdrucker“, eine Borkenkäferart, befällt die unteren Stammabschnitte. Der kleinere „Kupferstecher“ hat es auf das dünnere Holz, also jüngere Bäume oder dünnere Stammteile abgesehen. Bei beiden Borkenkäferarten erkennen die Forstleute den Befall also am besten, wenn sie den Baum nach Bohrmehl untersuchen. Ist der Baum stark befallen, verfärben sich die Nadeln der Fichte rot und fallen dann ab. Der Baum vertrocknet, da durch die Gänge des Borkenkäfers der Saftstrom im Baum unterbrochen ist.

7. Was passiert, wenn der Wald von Borkenkäferbefall betroffen ist?

Ein gesunder Fichten-(Misch)-Wald kann sich in normalen Jahren gegen Angriff der Borkenkäfer wehren. Wenn einzelne Bäume ausfallen, verändert das das Waldökosystem kaum. Ist es aber so warm wie 2018, müssen viele befallene Bäume aus dem Wald entnommen werden. Das heißt: Die Fichte verschwindet dann aus einigen Mischwäldern. Aus den Freiflächen entstehen aber neue Wälder, zum Teil passiert das ganz natürlich durch die Samen anderer Bäume, zum Teil pflanzen die Forstleute aber auch Bäume nach. Sie wählen dann solche Baumarten aus, die an den Standort gut angepasst sind und mit den wärmeren Temperaturen besser zurechtkommen als die Fichte. Insgesamt ist es das Ziel, dass gesunde, klimastabile Mischwälder entstehen.

8. Warum gibt es überhaupt so viele Fichten, wenn man doch weiß, dass sie für den Borkenkäfer anfällig sind?

Schon im 18. Jahrhundert wurde die Fichte auf großen Flächen gepflanzt. Da man vorher den Wald übernutzt hat, brauchte man schnell Nachschub. Den brachte die Fichte: Sie ist sehr anspruchslos und wächst sogar auf nährstoffarmen Böden schneller als viele andere Baumarten. Auch nach den Weltkriegen mussten Reparationsleistungen in Form von Holz erbracht werden. Der Anteil der Fichte geht aber kontinuierlich zurück und liegt heute bei rund 20 Prozent.

Landesforsten Rheinland-Pfalz betreibt eine naturnahe Waldwirtschaft und setzt auf klimastabile Mischwälder. Es werden also zum einen verschiedene Baumarten gepflanzt und zum anderen auch solche, die besser als die Fichte mit dem Klimawandel und langen Dürreperioden zurechtkommen.

9. Haben wir dann bald kein Holz mehr?

Nein. Die Fichte ist zwar die dritthäufigste Baumart in Rheinland-Pfalz, dennoch ist nicht jede einzelne Fichte vom Borkenkäferbefall betroffen und zum anderen setzt Landesforsten Rheinland-Pfalz auf verschiedene Baumarten. Mittel- bis langfristig wird es aber weniger Fichtenholz geben. Stattdessen spielen andere Hölzer, etwa Weißtanne und Douglasie eine wachsende Rolle.

10. Ist das Holz dann wertlos, wenn der Käfer darin brütet?

Es lässt sich zumindest weniger gut verkaufen. Der Holzpreis sinkt – auch weil der Markt voll ist, wenn es überall Borkenkäferschäden gab. Das Holz kann man aber natürlich trotzdem noch verwenden – z.B. als Sägeholz für den Bau oder Verpackungen. Und wenn der Baum eher klein oder  knorrig ist, sich also nicht so gut in gerade Abschnitte zersägen lässt, ist kann man das Holz noch als Industrieholz, etwa für Pressholzplatten verwenden oder auch zur Papierherstellung,solange es noch frisch ist.

11. Wenn man andere Baumarten pflanzt, kommen dann nicht andere Schädlinge?

Natürlich haben auch andere Baumarten mit sogenannten „Forstschädlingen“ zu tun. Diese sind meist auf eine Baumart spezialisiert. So wie die Fichten-Borkenkäfer wie der Buchdrucker und der Kupferstecher vor allem auf die Fichte spezialisiert sind, befällt zum Beispiel der Eichenprachtkäfer alte Eichen. Die Nonne ist ein Falter, deren Raupe gern an Kiefern frisst. Landesforsten Rheinland-Pfalz setzt auf Mischwälder – so hat ein einzelner Schädling einfach nicht genug Futter und Lebensraum vor Ort, um sich massenhaft zu vermehren. Dass einzelne Bäume von Schädlingsbefall betroffen sind, ist aber ganz normal und ein Teil der Natur.

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Wie steht es um die Wälder?

1. Wie sieht es in den Wäldern von Rheinland-Pfalz aus?
Der Klimawandel und Luftschadstoffe schädigen den Wald: 84 Prozent der Bäume in Rheinland-Pfalz sind krank. Das ergab der Waldzustandsbericht von 2018. Das bedeutet: Nur noch 16 Prozent der Bäume zeigen keine sichtbaren Schadmerkmale. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der jährlichen Waldzustandserhebung im Jahr 1984.

2. Wie ist die Lage allgemein in Deutschlands Wäldern?
Die Blatt- und Nadelverluste unserer Bäume haben im Jahr 2018 zugenommen. Dies zeigen die Waldzustandserhebungen der Forstverwaltungen. Und die jüngste Erhebung hat die schlimmsten Schäden noch gar nicht erfassen können, da sie mitten im Sommer durchgeführt wurde. Anschließend hielten Hitze und Trockenheit aber noch über viele Wochen an. Für 2019 werden daher weitere Negativrekorde erwartet.

Dort, wo Forstleute und Waldbesitzende bereits stabile, strukturreiche Mischwälder aufbauen konnten, ist der Wald ganz gut gewappnet.

In vielen Nadelwäldern sieht es jedoch anders aus. Der Klimawandel macht in Deutschland aktuell vor allem den Fichten und Kiefern zu schaffen. Der lange, trockene und niederschlagsarme Sommer bot den Borkenkäfern in den bereits geschwächten Bäumen optimale Brutmöglichkeiten.

3. Warum sind unsere Wälder ganz besonders vom Klimawandel betroffen?

Bäume und Wälder sind ortsfest und können daher äußeren Einwirkungen und Gefahren nicht ausweichen, sondern müssen sich anpassen. Dafür benötigen komplexe Ökosysteme wie der Wald viele Wald-Generationen. Ein Generationswechsel kann 100 bis 200 Jahre oder länger dauern. Zum Vergleich:  Die Insektenwelt kann sich teilweise mit mehreren Generationen pro Jahr relativ rasch an veränderte Bedingungen anpassen. Denn jede neue Generation birgt die Chance, mit neuen genetischen Informationen auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren. Mit ihren langen Generationswechseln haben Waldökosysteme keine Chance, sich an die rasanten Veränderungen des aktuellen Klimawandels anzupassen und geraten daher ganz besonders unter Druck.

Anders als im Gartenbau oder in der Landwirtschaft kann der Mensch den heutigen Wald auch nicht im nächsten Frühjahr einfach durch eine klimafestere Baumartenmischung austauschen.

4. Gibt es ein neues Waldsterben?
Während in den 1980er und 1990er Jahren vor allem Luftschadenstoffe für ein Baumsterben sorgten, fallen heute immer mehr Bäume den Folgen des Klimawandels zum Opfer.

Die Ursachen der Waldschäden in den 80er und 90er waren vor allem eine Folge der hohen Schadstoffeinträge in die Wälder, allen voran der Schwefelverbindungen. Hier haben die Großfeuerungsanlagen-Verordnung und weitere Luftreinhaltemaßnahmen sowie die Bodenschutzkalkungen (zur Abpufferung der Säureeinträge) in den Wäldern zu Entlastungen geführt. In der Folge davon haben sich Bäume und Wälder ein stückweit regenerieren können. Dennoch ist auch in diesem Bereich noch lange nicht alles gut, da die Stickoxid-Frachten (NOX) in der Atmosphäre nur mäßig abgenommen haben und weiterhin die Waldböden erheblich belasten.

Nun haben wir es mit den Folgen des Klimawandels zu tun: Das seit dem Sommer 2018 zu beobachtende Baumsterben wurde dagegen unter anderem ausgelöst von Sturmschäden (Orkantief „Friederike“ am 18. Januar 2018), dem anschließenden, ungewöhnlich heißen und trockenen Sommer sowie einer extremen Massenvermehrung von Borkenkäfern an Nadelbäumen, allen voran Buchdrucker und Kupferstecher an der Fichte.

Frühzeitige und warme Frühjahrsphasen sowie ungewöhnlich sommerwarme Herbstmonate verlängern für alle Baumarten die Wachstumsperioden. Dadurch geraten die Bäume zusätzlich in Stress und das Wirkungsgefüge von Pilzen, Bakterien und Viren auf Bäume gerät durcheinander. So können z. B. bislang harmlose Pilze plötzlich gravierende Schäden verursachen.

Die teilweise dramatischen Schäden an unseren Waldbäumen, die wir heute beobachten können, sind also auf andere Ursachen zurückzuführen als die damaligen Waldschäden.

Was die Forstleute tun
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1.Was tun die Forstleute, um dem Wald zu helfen?

Die Forstleute „bauen“ den Wald seit vielen Jahren um. Sie setzen dabei auf standortangepasste Laub- und Nadelbaumarten, die sich möglichst natürlich ansamen sollen.

Es wird aber auch gezielt gepflanzt. Denn sonst würde es viel länger dauern, ehe sich von Natur aus ein Baumartenwechsel einstellen würde.

Mittelfristig entsteht so ein strukturreicher, stabiler Mischwald, der den Klimaextremen deutlich besser gewachsen ist.

Und die Forstleute setzen auf Vielfalt. Je größer die Zahl der Baumarten, die am Waldaufbau beteiligt sind, desto geringer ist das Risiko, das durch den (z. B. krankheitsbedingten) Verlust einer einzigen Baumart entsteht.

Das langfristige Ziel ist, den Laub- und Mischwaldanteil deutlich zu erhöhen, aber auch klimaangepasste Nadelbaumarten in der Mischung zu berücksichtigen. Wenn in der naturnahen Waldbewirtschaftung außerdem immer nur einzelne Stämme, die reif für das Sägewerk sind, gefällt werden, entstehen unterschiedlich alte, mehrstufige und strukturreiche Mischwälder.

Forstleute sprechen hier von einem Dauerwald. Bis dieses Ziel überall erreicht ist, werden jedoch noch viele Förster-Generationen am Waldumbau arbeiten!

2. Warum braucht der klimastabile Wald die Forstleute?

Ein Beispiel: Wenn man einen Fichtenwald nach einem Borkenkäferbefall einfach sich selbst überlässt, wird aus den Fichtensamen die im Boden lagern, sehr häufig wieder ein neuer Fichtenwald wachsen. Hier ist das Eingreifen der Forstleute notwendig, denn wir wissen, dass ein reiner Fichtenwald im Klimawandel keine Zukunftschance hat. Wenn wir artenreiche Mischwälder haben wollen, die dem Klimawandel trotzen können, müssen Forstleute aktiv eingreifen und die Waldentwicklung lenken.

3.Was bedeutet „standortgerecht“ in Zeiten des Klimawandels?

In der Forstwelt wird häufig von standortangepassten oder standortgerechten Baumarten geredet. Hiermit meint man, dass der vorhandene Boden und dass das jeweilige Klima darüber entscheiden, ob eine Baumart dort gar nicht, gerade so oder eben besonders gut wachsen kann.

Die Standortansprüche der verschiedenen Baumarten sind gut erforscht und in der Fachliteratur ausführlich beschrieben. Problematisch wird es jedoch, wenn sich Standorteigenschaften durch den voranschreitenden Klimawandel ändern.

An vielen Orten in Deutschland wird davon ausgegangen, dass sich die Niederschläge vom Sommer in den Winter verschieben und es zu längeren Dürrezeiten (siehe Sommer 2018) und milderen Wintern kommt.

Neben diesen direkten Auswirkungen auf den Niederschlag bzw. die Verteilung des Niederschlags über das Jahr werden sich mit der Zeit auch die Böden und deren Eigenschaften ändern. Denn mit größerer Wärme werden zum einen Bodenorganismen aktiver; vielleicht in Zukunft eines Tages auch das ganze Jahr über. Dies verändert Abbauprozesse im Boden, sodass sich gerade der Oberboden über die nächsten Jahre und Jahrzehnte drastisch verändern kann.

Bäume, die heute keimen oder die wir heute pflanzen, werden aber für mindestens 70 - 100 Jahre (z.B. Fichte oder Kiefer) bzw. bis zu 200 Jahre (z.B. Eiche) mit dem Niederschlag und den vorhandenen Böden zurechtkommen müssen. Daher ist es wichtig, bereits heute die zu erwartenden Veränderungen der Standortseigenschaften bei der Baumartenwahl zu berücksichtigen.

4.Warum hat ein „gemischter“ Wald bessere Chancen im Klimawandel?

Vielfalt streut das Risiko. Das gilt zum einen für den ganzen Wald. Wenn verschiedene Baumarten in einem Wald wachsen, dann steigt die Chance, dass Baumarten dabei sind, die mit sich verändernden Bedingungen beispielsweise Hitze und Trockenheit – klarkommen.

Aber auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Baumart ist von großer Bedeutung. Denn dadurch gibt es einzelne Bäume innerhalb einer Art, die beispielsweise Trockenheit besser bewältigen als die anderen, auch wenn sie in demselben Wald stehen.

Der erfahrene Forstmann oder die Forstfrau erkennen dies und unterstützten diesen Baum, indem sie ihm mehr Wuchsraum verschaffen und ihm ermöglichen eine große Krone zu entwickeln. Sie greifen der Natur dabei etwas unter die Arme. Wenn es gut läuft, dann hat dieser Baum gute Chancen, Nachkommen zu bekommen, so dass längerfristig der ganze Wald besser mit dem veränderten Klima klarkommt. Diese Arbeit der Forstleute braucht Erfahrung, Weitsicht und Fingerspitzengefühl.

5.Warum reagieren die Förster erst jetzt? Der Klimawandel ist doch schon lange bekannt!

Die Forstleute haben bereits vor drei Jahrzehnten damit begonnen, den Wald mit einer langfristigen Planung nach und nach umzubauen. Dabei werden die standörtlichen und ökologischen Voraussetzungen, beispielsweise die Beschaffenheit des Bodens, genau geprüft. Die Auswahl der Baumarten erfordert dann nicht nur grundlegendes Fachwissen, sondern auch viel Erfahrung und Weitsicht. Dabei sind die Aufforstungskonzepte des letzten Jahrhunderts nicht die Lösung der Waldprobleme von morgen.

Die dritte bundesweite Waldinventur aus dem Jahr 2012 zeigt, dass schon 76 Prozent der Wälder in Deutschland Mischwälder sind. Der Waldumbau in Deutschland trägt sichtbar Früchte und zeigt: die Wälder sind artenreicher, gemischter und älter geworden, der Laubbaumanteil, insbesondere der Anteil der Buche, hat stetig zugenommen.

6.Sind die Forstleute und Waldbesitzenden nicht mit Schuld an der jetzigen Katastrophe? Sie bewirtschaften die Wälder doch seit Jahrzehnten!

Forstleute wissen seit vielen Jahren, dass reine Fichten- und Kiefernwälder keine zukunftsfähigen Lösungen sind. Ein Wald lässt sich aber nicht von heute auf morgen umbauen. Ein Baum braucht nun mal viele Jahrzehnte, um zu wachsen.

7.Warum braucht der Wald im Klimawandel die Hilfe der Jägerinnen und Jäger?

Der Wald bietet vielen Pflanzen und Tieren einen wertvollen und unverzichtbaren Lebensraum. Umgekehrt können pflanzenfressende Tiere, insbesondere Rehe und Hirsche, einen erheblichen Einfluss auf die Lebensgemeinschaft Wald ausüben und diesen langfristig in seiner Artenzusammensetzung und Vitalität gefährden.

Rehe und Hirsche ernähren sich naturgemäß von jungen Keimlingen, Knospen und Trieben oder schälen Rindenstücke von jungen Bäumen ab. Dadurch können langfristig verschiedene für die Tiere besonders schmackhafte Baumarten, wie Tanne, Eiche und Ahorn als besonders wertvolle Mischbaumarten ganz verschwinden oder es kommt zu Pilzerkrankungen oder Fäulniseintritt, so dass die betroffenen Bäume langfristig in ihrer Vitalität und Stabilität eingeschränkt sind.

Gesunde und gemischte Wälder mit verträglichen Reh- und Hirschbeständen haben  von Natur aus die Eigenschaft, sich auch von selbst immer wieder zu erneuern. Bei Wäldern im Klimastress mit eingeschränkter Vitalität und überhöhten Wilddichten ist diese natürliche Eigenschaft erheblich eingeschränkt.

Warum Holz gut fürs Klima ist

1. Sollte man nicht besser auf Holznutzung verzichten, damit die Bäume CO2 speichern können?

Auf keinen Fall. Denn Bäume speichern viel CO2 in ihrem Holz. Dieses CO2 entweicht erst, wenn das Holz verrottet oder verbrannt wird. Und da, wo ein Baum geerntet wird, entsteht Platz für einen neuen Baum.

Die Klimaschutzleistung des rheinland-pfälzischen Sektors Forst und Holz beträgt 9,8 Millionen Tonnen CO2 jährlich. Das entspricht 26 Prozent der Emissionen von ganz Rheinland-Pfalz oder dem Ausstoß von einer Million Menschen in Deutschland. Zum Beispiel werden durch den Einsatz von Holz anstelle von energieintensiven Baustoffen wie Stahl oder Zement jährlich 2,6 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Durch den Einsatz von Brennholz anstelle von Öl oder Gas werden weitere 1,9 Millionen Tonnen CO2 aus fossilen Energiequellen eingespart.

Die nachhaltige Holznutzung ist ein unabdingbarer Baustein im Konzept der Energiewende in Deutschland.

Um auch in Zukunft den klimafreundlichen Rohstoff Holz nutzen zu können, ist es wichtig, dass die Forstleute dafür sorgen, dass es weiterhin ausreichend Wald gibt.

2. Müssen wir unser Bauholz in Zukunft aus anderen Ländern importieren?

Die Fichte ist bedingt durch den Waldumbau und den Klimawandel stark rückläufig. Um auch in Zeiten des Klimawandels ausreichend Nadelholz für die Bedürfnisse der Menschen in Deutschland bereitzustellen, setzen die Forstleute immer mehr auf Nadelbaumarten, die besser an das zukünftige Klima angepasst sind.

Das heißt, es werden Nadelbäume wie beispielsweise die Weißtanne, die Douglasie, oder auch die Küstentanne gepflanzt, die besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen und über ein tiefreichendes Wurzelwerk verfügen.

In Rheinland-Pfalz gibt es beispielsweise auch die „Weißtannen-Offensive“.

Ist das Wetter oder Klima?
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1.    Klimawandel – Was ist das?

Das Klima fasst unterschiedliche Faktoren wie die Temperatur, Wind, Niederschlag, Luftfeuchte und Strahlung in der Atmosphäre zusammen und bezieht sich dabei auf ein bestimmtes geographisches Gebiet.

Während sich das Wetter auf einen Zeitraum von Stunden bis Wochen bezieht, spricht man beim Klima über einen Zeitraum von mehreren Jahrzenten. Bei einem Klimawandel verändern sich die Bedingungen in der Atmosphäre, was einen langfristigen Einfluss auf die Durchschnittstemperatur, durchschnittliche Regenmengen, Häufigkeit von Stürmen und andere Faktoren hat. Diese Veränderungen wiederum wirken sich auf die Tier- und Pflanzenwelt aus.

Bäume und Wälder haben sich über viele Jahrtausende an ein regional typisches Klima angepasst. Ein langfristiger Temperaturanstieg und weniger Niederschlag führen zum Beispiel zu mehr Trockenheit in der Atmosphäre. Baumarten wie die Fichte leiden darunter, gleichzeitig werden günstige Bedingungen für die Verbreitung des Borkenkäfers geschaffen.

2.    Ist das noch Wetter oder ist das schon Klimawandel?

Das Wetter bezeichnet in der Regel einen kurzfristigen Zustand der Atmosphäre. Eine lange Trockenperiode macht zum Beispiel noch keinen Klimawandel aus, über eine deutliche Zunahme der Trockenperioden lassen sich jedoch bereits Rückschlüsse ziehen.

Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes sagt dazu: „Wir erleben die letzten Jahre eine Häufung klimatologischer Rekorde, die sich in der Summe nur mit dem Klimawandel erklären lassen. Mit diesen Rekorden nehmen aber auch Extremereignisse zu, welche direkt oder indirekt uns alle betreffen. Für die Zukunft erwarten wir eine weitere Zunahme solcher Extremereignisse. Dies erfordert von uns allen intensivere Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen.“ (Quelle: Deutscher Wetterdienst, www.dwd.de

3.    Klimawandel – das gab es in der Erdgeschichte doch schon immer?

Das ist richtig. Es gab zum Beispiel Eiszeiten und auch wärmere Phasen, in denen sogar in unseren Breiten subtropische Tier- und Pflanzenarten lebten. Allerdings brauchen solche natürlichen Klimaveränderungen mehrere 10.000 Jahre.

Tier- und Pflanzenarten konnten sich also langsam an die Veränderungen anpassen oder in andere klimatische Zonen ausweichen. Der aktuelle, vom Menschen verursachte Klimawandel bringt starke Veränderungen in wenigen Jahrzehnten. Die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen überfordert vielfach die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten.

Wie macht sich der Klimawandel in RLP bemerkbar?
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Der Klimawandel hat in Rheinland-Pfalz bereits zu messbaren Veränderungen geführt. Die mittlere Jahrestemperatur ist seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts um 1,5 °C angestiegen. Speziell in den letzten Jahrzehnten ist dieser Anstieg stark ausgefallen. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass die zehn wärmsten je gemessenen Jahre seit 1881 alle im Zeitraum seit 1994 auftraten. 

Auch der Witterungsrückblick für das Jahr 2018 ergab: In Rheinland-Pfalz lag die Mitteltemperatur im Jahr 2018 mit 10,8 °C um +2,2 °C über dem langjährigen Mittel von 8,6 °C. Damit war das Jahr 2018 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 und löst den ehemaligen Spitzenreiter 2014 ab.

Die Niederschlagsmenge lag um gut 15 Prozent unter ihrem Soll von 807 l/.

In Rheinland-Pfalz ist der bisherige Anstieg der mittleren Temperaturen im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich. Unser Bundesland zählt innerhalb Deutschlands zu den am stärksten von den direkten klimatischen Auswirkungen betroffenen Regionen.

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Prognosen im Klimawandel
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Wie entwickelt sich das Klima in Rheinland-Pfalz?

Die globale Erwärmung im Zuge des Klimawandels wird auch das Klima in Rheinland-Pfalz verändern. So ist mit einer Erhöhung der durchschnittlichen Jahresmitteltemperaturen von 1,5-5 °C bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu rechnen. Hier können Sie sich die Daten genauer anschauen:

Kann die Natur nicht sich selbst helfen?

Jein. Auch Eiszeiten haben gezeigt, dass da, wo der Wald einst verschwunden ist, er irgendwann wiederkam. Das hat aber Jahrhunderte und teilweise noch länger gedauert. Fakt ist: Ist der Wald erst einmal weg, weil die Bäume tot sind oder weil sie geerntet wurden, da sie krank sind, dauert es sehr lange, ehe neuer Wald nachkommt. Ist der Wald weg, kann er nicht für sauberes Wasser und saubere Luft oder als Schutz vor Lärm sorgen. Wir können ihn nicht mehr als Erholungsraum genießen oder schöne, nachhaltige Produkte aus Holz verwenden.

Damit das nicht passiert, helfen die Forstleute dem Wald ein wenig nach: Etwa, indem sie neue Bäume pflanzen.

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Weiterführende Links

Sie wollen mehr wissen, wie sich der Klimawandel auf uns auswirkt, brauchen Studien zum Thema oder Tipps für einen klimabewussten Konsum? Hier werden Sie fündig:

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Der Wald im Klimawandel in den Medien

Hier finden Sie eine Linksammlung redaktioneller Berichte zum Thema "Der Wald im Klimawandel".

Sollten Sie hier einen Link vermissen, schreiben Sie bitte an Magdalena Fröhlich, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Landesforsten Rheinland-Pfalz magdalena.froehlich [at] wald-RLP.de